Es muss nicht immer Kroatien sein. Wer Sehnsucht nach Meer hat, kann ruhig auch einmal in Slowenien bleiben, anstatt bloss durchzufahren. Heuer muss man ja erstmals 35 € fuer eine Halbjahres-Vignette zahlen. Also warum nicht gleich bei den Nachbarn urlauben?
Ich bin gerade im Hotel Salinera in Strunjan, am Fusse eines bewaldeten Huegels gelegen. Hier laesst sichs durchaus gut Urlaub machen.
Das Haus ist als 4-Sterne-Hotel ausgewiesen, doch diesem Standard entsprechen nur die Superior-Zimmer mit Meerblick (ab 90 € pro Doppelzimmer, jetzt in der Hochsaison 125 €). Beim Zimmer sollte man nicht sparen – der Ausblick ist wirklich ein Hit – man sieht auf Wald, den gepflegten Garten des Hotels, das Meer und die Bucht. Der Balkon ist grosszuegig – ein Glaeschen des koestlichen slowenischen Malvasia laesst sich hier vortrefflich geniessen.
Es gibt sicherlich schoenere Straende an der Adria, aber fuer einen schnellen Meer-Trip – nur 5 Autostunden von Wien entfernt – kann ich das Salinera empfehlen. Es ist alles gepflegt, es gibt einen sauberen Meerwasserpool. Das Meer erreicht man ueber mehrere Stege und eine betonierte Promenade mit Stiegen. Die Liegewiese ist ebenfalls sehr gepflegt und bietet ausreichend Schatten.
Beim Essen muss man mit allen Abstrichen einer Hotel-Massenverpflegung rechnen: Der Fisch im Rechaud kann gar nicht anders sein als etwas trocken, das Salatbuefett ist nicht wirklich vielseitig, und die Gerichte warten nicht mit grosser Rafinesse auf – aber der Wein und das Bier vom Fass sind gut, und das Hotel kann man ja auch nur mit Fruehstueck buchen.
Das entzueckende Staedtchen Piran – Kleinvenedig Sloweniens – ist nur wenige Autominuten entfernt, und dort gibts hervorragende Spezialitaeten-Restaurants, sowohl im gehobenen Segment (Empfehlenswert: das Fisch-Restaurant “Verdi“!) als auch im guenstigen Bereich.
Piran ist in jedem Fall ein Muss fuer Slowenien-Urlauber. Ein Bilderbuch-Staedtchen mit winzigen Gaesschen, suessen Lokalen und einem lang gezogenen (leider ebenfalls betonierten) Stadtstrand.
Ueberhaupt nuetzen die Slowenen fast jeden Zentimeter ihrer 46 Kilometer langen Kueste aus. Wer es turbulenter und chicer will, findet seinen Strand in Portoroz – ehemaligen k.k. Glanz inklusive. Hier wurde sogar Sand aufgeschuettet, und die Sonnenliegen sind so sortiert wie in Italien.
Mein erstes Resumee: Der anspruchsvolle Oesterreicher muss bei Komfort und Service ein paar Abstriche machen, fuer Fans mediterranen Lebensgefuehl ist der slowenische Teil Istriens aber eine interessante Alternative, wo es noch viel zu entdecken gibt – zu vergleichsweise immer noch moderaten Preisen (trotz erheblicher Euro-Teuerung).



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