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Die Dænen sind sogar beim Streiken gemuetlich. Bin gerade in der Altstadt unterwegs, als hunderte Radlerinnen klingelnd und singend die Strasse blockieren. Eine Passantin erzaehlt mir, dass es Krankenschwestern sind, die mehr Geld wollen. Schaut gar nicht nach Protest aus, wie die da froehlich vor sich hin singen - “Wir woll’n mehr Geld” - zur Melodie von “Oh When The Saints…”

Die Dänen sind, wie ich gerade in Kopenhagen erleben darf, ein gemütliches Volk, das sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt. Auf sechs Kopenhagener kommt nur ein Auto, und dementsprechend ruhig ist es hier. Die Gemütlichkeit hört sich allerdings auf, wenn man gegen die Ruhe und Ordnung verstößt. Das bekommen die Altlinken des selbst ernannten Freistaats Christiania inmitten von Kopenhagen schon seit den Siebziger Jahren zu spüren. Jetzt wird’s aber besonders ernst. Denn die konservative Regierung hat in ganz Cristiania einen Baustopp verhängt.

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Weinviertel (Niederösterreich). In Lengenfeld steht mitten auf der grünen Wiese ein Schlafwaggon. Und man kann dort auch nächtigen. Die Familie Gschwantner hat das ausrangierte Ding zu ihrem Golfclub gebracht, und seither dient der Waggon vor allem fröhlichen Golfpartien als originelles Quartier.

Ich gebe zu: Bin weder Golfer noch Eisenbahnfreak, mir war das Bett auf Rädern dann noch ein wenig zu unkomfortabel. Zum Glück haben die Gschwantners auch eine Frühstückspension.

www.golflengenfeld.at

 

Griechenland - Peloponnes. Filiatra wäre an sich ein völlig unbedeutendes Dorf im Westen des Peloponnes, wie es hier unzählige unbedeutende Dörfer gibt. Wäre da nicht ein etwa 40 Meter hoher Eiffelturm gleich beim Ortsanfang. Wie kommt der Eiffelturm nach Filiatra? Die Frage stelle ich Passanten, Café-Besitzern, jungen Griechen, alten Griechinnen. Immer kommt dieselbe Antwort: “Der steht schon lange dort, keine Ahnung.” Ein junger Student, der hervorragend Deutsch spricht, meint, ich soll es mal im Rathaus versuchen. Das mache ich auch, und der Vizebürgermeister von Filiatra, Paganis Charalampos (Bild unten), gibt mir, gedollmetscht von seiner Sekretärin, bereitwillig Auskunft: Ein in die USA ausgewanderter Grieche hat Filiatra den Eiffelturm beschert. Damit der Ort wenigstens irgendeine Attraktion zu bieten hat. Warum dann nicht gleich die Freiheitsstatue?

Filiatra hat noch eine Attraktion - eine Homepage:
http://filiatra.8m.com

Es muss nicht Peking sein. Wer die olympischen Spiele boykottieren moechte, kann heuer auch auf die Nemea Games ausweichen. In dem kleinen Weinort finden naemlich auch schon seit der griechischen Antike sportliche Wettkaempfe statt, und diese werden seit 1996 alle vier Jahre reaktiviert, habe ich gerade an der historischen Staette erfahren.

Mehr als 1800 Teilnehmer aus 45 Nationen im Alter zwischen 5 und 97 nehmen daran teil - heuer am 21. und 22. Juni.  Und wer so klug ist wie der antike Held und Loewen-Bezwinger Herkules, der trinkt vorher in einem der unzaehligen Weingueter von Nemea Wein von jener Traube, die Herkules einst unbesiegbar gemacht haben soll - die St. Georgs-Traube.

Besten Rotwein produziert etwa das Weingut Palivou. Die Top-Marke heisst Terra Leone (Erde des Loewen). ”Der Name soll an jenen nemaeischen Loewen erinnern, den Herkules besiegt hat”, erzaehlt mir Katherina, Wein-Expertin des Familienbetriebs.

Ich hab ihn verkostet und festgestellt: Der edle Tropfen hat tatsaechlich siegreiche Wirkung. Ich habe ueber die fast nicht vorhandene Beschilderung gesiegt und doch noch den Weg aus Nemea herausgefunden. Man braucht schon ein bisschen Geduld oder GPS, um Ancient Nemea zu finden.

Info:
www.nemeagames.gr
www.palivos.gr

Millionen-Show-Frage fuer Sportfreaks: Wer war Kourovos Ileios? - Antwort: Der allererste Olympia-Sieger in der Geschichte der Olympischen Spiele. Der wackere Mann siegte anno 776 vor Christus im Stadionlauf ueber 192,27 Meter. Das und vieles andere Bemerkenswerte habe ich gerade am Geburtsort der Olympischen Spiele in Olympia auf dem Westpeloponnes in Griechenland erfahren.

Es gruent gerade alles und ueberall sieht man elektrisch beleuchtete Ostereier. Die Griechen feiern naemlich gerade das orthodoxe Osterfest. Auch in Olympia ist alles gruen. Von den riesigen Waldbraenden des Vorjahres ist - zumindest bei der Ausgrabungsstaette - kaum etwas zu sehen.

Vom einstigen Zeus-Heiligtum in Olympia zeugen diverse Saeulen und Mauerreste. Auch vom Tempel, vor dem das olympische Feuer entzuendet wird, ist kaum noch etwas zu sehen. Dafuer ist die Stadionbahn noch klar als solche ersichtlich. Und viele Besucher lassen sich vom olympischen Geist “Dabei sein ist alles” anstecken und laufen eine Laenge. Ich schaue lieber zu und wende mich den drei olympischen Museen zu, die der kleine touristische Ort Olympia zu bieten hat: das archaeologische Museum, das Museum der olympischen Spiele der Antike und das Olympia-Museum des Olympischen Komitees. Letzteres ist etwas dilletantisch eingerichtet, zeigt aber einige Kuriositaeten. Etwa den Olympic Flame Receiver, ein elektronisches Geraet, mit dem 1976 angeblich das olympische Feuer von Athen nach Montreal via Satellit uebertragen wurde. Mit diesem Geraet haette man sich heuer auch den Aerger mit dem Olympia-Feuer-Boykott sparen koennen…  

Die Jakobsmuschel ist europaweit zum Synonym für Pilger-Inszenierungen worden. Auch im Burgund gibt es eine sehr bedeutende Jakobsweg-Station: Vézelay nordwestlich der Provinzhauptstadt Dijon. Unser Guide Catherine klärt uns auf, dass schon Richard Löwenherz hierher gepilgert ist, und Bernard von Clairvaux hat hier zum Kreuzzug aufgerufen. Und sie befiehlt uns geradezu, erst dann die Vorkirche zu betreten, wenn sie die Tore geschlossen hat.

Später erklärt sie uns auch, warum: Auch im Mittelalter mussten die Pilger eine Weile in der Vorkirche ausharren, bis sich ihre Augen an die dämmrige Stimmung gewöhnt hatten. Erst dann war man “würdig”, den trotz seiner Schlichtheit Ehrfurcht gebietenden riesigen Innenraum der Hauptkirche zu erfassen - Hier habe ich mich trotz meiner 1,89 m winzig gefühlt und bin zugleich in staunende Anerkennung vor den Architekten dieses Meisterwerks versunken. Der Show-Effekt hat seine Wirkung auch bei mir nicht verfehlt.

An Kirchen und Klöstern kommt man im Burgund nicht vorbei.  Und es gibt kaum eine Region in Europa, wo die Bauherren Gottes so viel Wert auf Effekte legten wie hier. Auch ich verharrte in den monumentalen Gotteshäusern in ehrfurchtsvollem Staunen. 

Die Abtei von Fontenay ist ein solches Meisterwerk. Ganz klein fühlt man sich, wenn man durch den riesigen, aber schlichten Innenraum wandelt. Wohl ein Effekt, der bei den strengen Zisterziensermönchen um den Reformer und Kreuzzugsprediger Bernard von Clairvaux durchaus erwünscht war.

Dass die Abtei heute noch so gut erhalten ist, verdankt sie dem Papierbedarf Frankreichs: In den ehrwürdigen Mauern war nämlich lange Jahre eine Papierfabrik untergebracht.

Meine Burgund-Reise führte mich auch zu einer echten Herzogin. Im etwas schrullig vollgeräumten Schloss Sully aus dem 16. Jahrhundert gewährte mir Ihre Hoheit Herzogin Amélie von Magenta Audienz. Die feine, fröhliche Dame bewohnt das Anwesen alleine mit ihren vier Hunden. Ihr Mann, Herzog Philippe von Magenta, verstarb vor ein paar Jahren, und ihre Kinder studieren auswärts.

Für Unterhaltung der Besucher und wohl auch der Herzogin sorgt Thomas, Schauspieler, guter Freund des Hauses und Schloss-Guide mit perfektem Deutsch.

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Urlaub mit Molière

Kleiner spontaner Abstecher in die südfranzösische Region Languedoc-Roussillon: Im Ort Pézenas gibt’s ab Juni eine neue Möglichkeit, den größten Komödiendichter Frankreichs, Jean Baptiste Poquelin alias Molière, näher kennen zu lernen. Wie ich gerade von der bestinformierten frankophilen Österreicherin, Christel Sarry vom Französischen Tourismusamt “Maison de la France” in Wien, erfahren habe, sperrt dort in einem Hotel aus dem 17. Jahrhundert das ungewöhnliche Molière-Museum “Scenovision” auf.  Gezeigt wird das Leben des Komödianten in 3D und fünf Akten - mit Videos, Sounds und vielen Bühnen-Spezialeffekten.

Christel betont, dass auch die Altstadt eine Reise wert ist - und Essen und Trinken kann man hier sowieso so gut wie überall in Frankreich. Ein Tipp, den ich mir als Molière-Fan unbedingt notieren muss.

Der Meister hat hier übrigens einige Zeit gelebt, weil er von den höchsten Pariser Kreisen wegen seiner kritischen, subversiven Stückinhalte vertrieben wurde.

Mehr Infos unter
www.pezenas-tourisme.fr 

und natürlich bei Christel Sarrys Kollegen im Maison de la france
http://at.franceguide.com/

 

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